Moderne matriarchalische Gesellschaften: Moderne Gesellschaften, in denen Frauen regieren

Frauenpower, Feminismus, Gleichberechtigung. All diese Begriffe gewannen in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung. Frauen und Männer werden immer mehr gleichberechtigt. Frauen haben eine Stimme und gewinnen in vielen Bereichen immer mehr an Macht. So wird auch die Idee der Matriarchate in unserer Welt immer bekannter und auch wichtiger. In diesem Artikel erfahrt ihr mehr über moderne matriarchalische Gesellschaften, indem ein paar moderne Gesellschaften in denen Frauen regieren genannt und beschrieben werden.

Matriarchat

Zuerst einmal zur Erläuterung des Begriffs. Als Matriarchat wird ein bestimmter Typ von Gesellschaft bezeichnet, in dem die Frauen eine zentrale Rolle einnehmen. Frauen als Kern der Gesellschaft, als Oberhaupt der Religion und teilweise auch als Anführer in der Politik. Gesellschaften, in denen Frauen das Oberhaupt der Familie und des Stammes oder der Gesellschaft sind werden auch als Matriarchat bezeichnet.

Eine allgemeine Definition zu diesem Begriff gibt es jedoch nicht.Allgemein wurde über die Jahre festgestellt, geforscht und dokumentiert, dass in südostasiatischen Ländern und Kulturen die Gleichberechtigung von Männern und Frauen deutlich fortgeschrittener ist als in den westlichen Ländern und diese teilweise sogar extrem übertrifft.

Die Khasi in Indien

Die Khasi Gesellschaft liegt im Nordosten von Indien. Dass die Gesellschaft matriarchalisch ist, erkennt man zunächst daran, dass die Kinder nach der Geburt den Namen der Mutter tragen und dazu wird den Töchtern im Erbfall das ganze Erbe weitergegeben. Ein extremes Beispiel für ein Matriarchat, denn die Männer und Söhne werden hier teilweise stark unterdrückt. Was für eine Macht der Frauen spricht und nicht für Gleichberechtigung. Der Khasi Stamm ist zwar nur eine kleine Gesellschaft, doch es zeichnet ein anderes Bild dar, wie die gesellschaftliche Ordnung auch sein könnte.

Die Minangkabu auf Sumatra (Indonesien)

Die Gesellschaft Minangkabu, von West-Sumatra, ist die größte matriarchalische Gesellschaft, die bis heute bekannt ist. Dieser Stamm sieht die Mutter als wichtigstes Lebewesen in der Gesellschaft an. Der gesamte Besitz wird von der Mutter an die Tochter weitergegeben. Die Söhne bekommen vom Erbe nichts. Hier regulieren die Frauen den Haushalt und die Männer sind in der Regel in der Politik tätig. Frauen und Männer sind in gewissem Maße auf Augenhöhe und gegenseitig angesehen. Nach der Ehe wird jeder Frau ein eigener Schlafbereich zugesprochen.

Männer dürfen übernachten, müssen aber früh morgens gehen, um wieder zum Frühstück bei ihren Müttern zu sein. Jungen ziehen im Alter von 10 Jahren aus dem Haus ihrer Mutter aus und leben dann in sogenannten Männerwohnungen. Das Oberhaupt der Minangkabu ist jedoch ein Mann, der aber von den Frauen gewählt wird. Er kann ebenso aber auch wieder von ihnen von seinem Amt enthoben werden.

Die Mosuo in China

Zoharby / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

In der matriarchalischen Gesellschaft Mosuo, im Südwesten Chinas, geben die Frauen ihren Familiennamen nach der Geburt ihrer Kinder an diese weiter. So wird auch das Erbe seinen Lauf nehmen. Als Oberhaupt wird eine Frau gewählt. Die Frauen entscheiden über gesellschaftliche Aspekte, wohingegen die Männer die Politik regeln. Die Frauen führen große Haushalte, die meistens aus mehreren Familien bestehen. Bei dem Mosuos wählen sozusagen die Frauen ihre Männer aus. Interessant zu wissen ist hier noch, dass die Frauen frei sind. Sie dürfen verschiedene Liebhaber und Sexualpartner haben, ohne dass irgendjemand sie dafür verurteilt. Die Kinder wachsen bei der Frau auf und die Ehepaare leben nicht zusammen in einem Haushalt.

Die Gesellschaft Mosuo ist wohl die bekannteste matriarchalische Gesellschaft, die es derzeit auf der Welt gibt.