Gleichberechtigung – Wann gibt es für Frauen endlich auch „männliche Gehälter“?

Das Frauen genauso hart arbeiten können wie Männer, sollte eigentlich schon längst klar sein. Auch wenn sie in ihrem Job vielleicht nicht gerade schwere Lasten schleppen müssen, kümmern sich viele berufstätige Frauen in ihrer Freizeit noch zusätzlich um den Haushalt, Mann und Kinder.

Warum also fällt ein Lohnvergleich bei Frauen, mit den gleichen Qualifikationen wie ihre männlichen Kollegen, dann meistens negativ aus? Laut Gesetz müssen Frauen für die identische Arbeit, im selben Betrieb, auch den gleichen Verdienst erhalten, was allerdings nicht immer der Fall ist.

Ein niedrigeres Gehalt bedeutet aber leider auch geringere Renten, sowie im Fall einer Scheidung noch weitere finanzielle Nachteile. Sie müssen sich also dem Risiko der Altersarmut aussetzen, von der übrigens vorwiegend alleinstehende Frauen betroffen sind!

Warum diese Diskriminierung?

Frauen werden in fast allen Berufen viel schlechter bezahlt als Männer. In Deutschland beläuft sich der Lohnunterschied laut dem Statistischen Bundesamt auf durchschnittlich 20 %. Gründe hierzu sind vorwiegend eine geschlechtsspezifische Diskriminierung, typische Frauenberufe mit geringen Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten, sowie auch die notwendigen beruflichen Unterbrechungen, in  Hinsicht auf Familiengründung und die Betreuung der Kinder.

Die üblichen Klischees sind, dass der Mann nach wie vor für das Einkommen der Familie zuständig und das weibliche Geschlecht nicht durchsetzungsfähig und nur wenig belastbar ist. Die Arbeitsleistung wird also trotz gleicher Qualifizierung im Vergleich noch als minderwertig betrachtet.

Auch der Hinweis, dass Frauen vorwiegend in Teilzeit oder in schlecht bezahlten Branchen arbeiten, ist noch lange kein ausreichender Grund, für die deutlichen Unterschiede bei den  Einkommen.

Wie lassen sich Einkommensunterschiede verringern?

Das Gesetz zur Lohngleichheit bietet leider noch keine faire Lösung an, da sich zumindest bis zum aktuellen Zeitpunkt nicht viel an der Diskriminierung geändert hat.

Obwohl dieses Gesetz bereits Ende März 2017 verabschiedet wurde, verlangen die meisten Frauen keine Auskunft, was ihre männlichen Kollegen am Arbeitsplatz verdienen. Sie nehmen ihren gesetzlichen Anspruch nicht wahr, aber Arbeitgeber werden bis jetzt auch nicht sanktioniert, wenn sie sich nicht an die Auflagen des Gesetzes für die Lohngleichheit halten.

Viele Frauen haben natürlich große Angst, dass sie ihren Arbeitsplatz gleich wieder verlieren, wenn sie sich bei den Arbeitgebern über die Lohngleichheit informieren oder aufgrund eines Lohnunterschieds vor Gericht klagen müssen.

Einkommensunterschiede lassen sich verringern, indem bei den Löhnen maximale Transparenz garantiert und bei der Rekrutierung auf die üblichen Klischees verzichtet wird. Wichtige Projekte sollten auch für Teilzeitjobs angeboten werden und nicht nur für die Vollzeitjobs.

Es gibt mittlerweile aber auch immer mehr Unternehmen, die sich für eine berufliche Gleichberechtigung einsetzen und speziell die Frauenkarrieren fördern.

In welchen Branchen können Frauen am meisten verdienen?

Frauen müssen glücklicherweise nicht in jedem Fall mit ihren männlichen Kollegen konkurrieren, um bessere Verdienstmöglichkeit zu erhalten. Es gibt viele Branchen, bei der auch das weibliche Geschlecht gut verdienen kann.

Hierzu zählen beispielsweise medizinische Berufe wie z.B. in der Pharmazie, Medizintechnik oder als medizinische Fachangestellte und Wissenschaftlerin, in der Energietechnik, Kommunikation und Wirtschaft, sowie auch im Finanzwesen und in der Beratung.

Gegebenenfalls sollte man bei der Berufswahl schon von Anfang an auf Unternehmen achten, die weibliche Führungskompetenzen fördern und auch Initiativen und Maßnahmen anbieten, mit der sich die persönliche Lebensplanung mit dem Beruf vereinbaren lassen.

Die Vergütung ist allerdings auch bei den bestbezahlten Berufen von Faktoren wie der Berufserfahrung, vom Ort und auch der Branche abhängig. Sie sollten deshalb schon vor der Bewerbung diesbezüglich Vergleiche anstellen und ggf. auch einen Ortswechsel in Erwägung ziehen.