Julfest oder Weihnachten Wintersonnenwende
Die Wintersonnenwende – die Wiedergeburt des Lichts – ist eines der größten Feste für alle Hexen, die die Sonne mit Nachtwachen, Tanz und Gesang begrüßten.
Die meisten vorchristlichen Mysterienkulte feierten die Geburt des göttlichen Kindes (nicht das Kind selbst!) zur Wintersonnenwende. Somit lautet der alte Name im angelsächsischen Raum für diese Nacht "Modraniht" – "Mutter-Nacht".
Welche waren alle diese geheimnisvollen Mütter, vor denen unsere AhnInnen Ehrfurcht empfanden?
Die Großen Göttinnen in aller Welt gebaren wie in einem einzigen, orchestrierten göttlichen Akt eine neue Welt:
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Rhiannon gebiert ihren Sohn Pryderi,
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durch Isis wird Horus wieder geboren,
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Demeter bekommt ihre heilige Tochter Persephone,
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die Erdgöttin schenkt Dionysos das Leben,
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und in Japan kommt Amaterasu aus ihrer Höhle.
Diese verschiedenen Feiern der Wiedergeburt sind der Ursprung unseres Weihnachts- oder Julfestes (Jul heißt "das Rad").
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"Die ägyptische Göttin Isis hält den Gott Horus" (späte Periode, ca. 664-537 v.u.Z.). Auf dem Kopf trägt sie die Mondhörner und die Sonnenscheibe.
Die Göttin Isis stillt den Sonnengott Horus, ein Zeichen dafür, dass die Energie der Göttin die Sonne gebiert und zur Nahrung des männlichen Prinzips notwendig ist.
Beachte auch die Proportionen: das sog. "Horuskind" ist kein Kind, sondern ein kleiner Mann, eben symbolisch für das männliche Prinzip, nicht für eine Person. Die Nachfolgerin der Isis, die christliche Maria, wird mit einem kleinen Baby anstatt mit einem Mann dargestellt. Ein patriarchaler Hinweis für die neuzeitliche Infantilität des Männlichen?
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Bräuche wie Weihnachtsbäume, Geschenke, Kerzen, Mistelzweige, Stechpalmensträucher, Lieder, Feiern und Prozessionen stammen allesamt aus der vorpatriarchalen Verehrung der Göttin als Mutter des Göttlichen Kindes. (Der Schwerpunkt lag dabei auf der Mutter, nicht auf dem Kind!)
Die Weihnachtsbäume entwickelten sich zu römischer Zeit aus den pinea silva, Pinienhainen, die bei den Tempeln der Göttin lagen. In der Nacht vor einem heiligen Tag schnitten römische Priester, die dendrophori, "Baumträger" genannt wurden, eine der heiligen Pinien, schmückten sie und brachten sie in den Tempel, damit daran das Bild des Attis aufgehängt werden konnte. Die Figuren und Fetische, die in späteren Jahrhunderten an diese Bäume gehängt wurden, stellten den ganzen Pantheon (Gesamtheit der Gottheiten) am Weltenbaum dar.
Unsere angelsächsischen AhnInnen, die erst spät mit dem Christentum in Kontakt kamen, feierten bereits ‚Weihnachten‘, das seit Jahrhunderten "Modranect", "Modraniht" und dann bei den Römern matrum noctem hieß. Es wurde in etwa so gefeiert, wie wir es heute noch tun: den Kindern wurde an diesem Tag Unterhaltung geboten – Theaterstücke, Mummenschanz, magische Scharaden. Die Kleidung war festlich, das Essen ausgesucht. Talismane, die Glück bringen sollten – wie Glöckchen, Glück bringende Hüte, Socken für einen glücklichen Lebensweg, Spielzeug und warme Kleider -, wurden ausgetauscht. Es wurde getanzt, die Jugend traf sich, umwarb sich und verliebte und küsste sich unter dem Mistelzweig.
Was hat die patriarchale christliche Kirche daraus gemacht:
Während der ersten drei Jahrhunderte kannte die christliche Kirche den Geburtstag ihres Heilands überhaupt nicht. Im 4. Jahrhundert gab es eine lange Diskussion über ein mögliches Datum. Manche waren für den populären Tag des Koreion, an dem die Göttin in Alexandria den neuen Aion gebar. Heute heißt dieser Tag Epiphanias und ist in der armenisch-christlichen Kirche noch immer der offizielle Geburtstag Christi und wird in der griechisch-orthodoxen Kirche feierlicher begangen als Weihnachten.
Die römischen Kleriker neigten mehr zum Mittwinterfest des Mithraskultes, das "Geburtstag der unbesiegbaren Sonne" genannt und von Kaiser Aurelianus mit dem griechischen Sonnenfest der Helia vermischt wurde. Nach einigem Hin und Her übernahm dann die römische Kirche im 4. Jahrhundert den 25. Dezember, weil die Menschen es gewohnt waren, diesen Tag Geburtstag Gottes zu nennen.
Die Feiern der Weihnachtszeit wurden weiterhin (bis heute!) in vorpatriarchaler Weise gefeiert, so dass viele Kirchenmänner verbittert ihre "fleischliche Extravaganz und Ausgelassenheit" beklagten.
Der Verehrung Marias als Gottesmutter setzten die christlichen Kirchenväter erheblichen Widerstand entgegen, denn sie waren sich darüber im Klaren, dass Maria aus einer Mischung verschiedener althergebrachter Göttinnen bestand (deren Niederkunft das Weihnachtsfest ja eigentlich gilt!).
Mari ist ein Grundname der Großen Göttin. Ihr lateinischer Name war Maria, "die Meere", aber sie war auch Himmel und Erde, da sie in ihrer frühesten Form als Dreiheit erschien.
Die christlichen Patriarchen versuchten, Maria zu vermenschlichen und herabzusetzen, um zu beweisen, dass sie eine Anbetung nicht wert sei. Anastasius sagte: "Lasst niemanden Maria die Mutter Gottes nennen, denn Maria war nur eine Frau, und es ist unmöglich, dass Gott von einer Frau geboren wurde."
Die AnhängerInnen einer Sekte, die sich Marianiten nannten und äußerten, dass Maria die wahre Eigenschaft der Göttlichkeit besäße, wurden von der Kirche bis ins 5. Jahrhundert hinein als Ketzer gejagt und ermordet.
Das christliche Patriarchat musste sich seine ganze Geschichte hindurch mit dem Marienkult herumplagen. Das Bedürfnis der Leute, die Mutterfigur zu verehren, trat einfach immer wieder zu Tage.
Manche Kirchenväter versuchten Maria zu verunglimpfen, indem sie ihre Mutterschaft ablehnten, weil sie nicht nur eine einfache Sterbliche, sondern auch noch eine sündige Frau gewesen war. Die Kirchenväter versuchten alles, weil die Marienverehrung, dort wo sie erlaubt war, manchmal die Form orientalischer Ausschweifungen annahm. Germanus, beispielsweise, der 717 Patriarch von Konstantinopel war, nannte Maria die "heiligste Herrin" und "ehrwürdigste Gebieterin". Die Menschen des Mittelalters betrachteten den christlichen Gott oft als ihren Verfolger, aber Maria als ihre Verteidigerin.
Die christliche Gestalt der Maria entstand in den ersten vier Jahrhunderten der christlichen Ära Stück für Stück aus Fragmenten und Einzelelementen der Großen Göttin, die in allen Tempeln der Alten Welt "Söhne Gottes" und Heilande empfing.
Einige christliche Asketen dachten sich sehr seltsame Mechanismen aus, um Marias Schwängerung so geschlechtslos wie möglich darzustellen. Auf heiligen Kunstwerken war zu sehen, wie aus Gottes Mund Samen strömte und durch eine lange Röhre lief, die unter Marias Röcke führte. [Nachzulesen bei Simons, G.L.:"Sex and Superstition". New York: Harper & Row 1973]
Die östlichen Kirchen verehrten ein paar Jahrhunderte lang eine Mutter-Vater-Sohn-Dreiheit von Maria, Gott und Jesus, die nach dem Muster matriarchaler Triaden wie Isis-Osiris-Horus, Rhea-Zeus-Zagreus, Artemis-Apollo-Herakles usw. gebildet worden war.
Du musst dir vorstellen, dass diese Betrachtungsweise derart allgemein verbreitet war, dass sich sogar die Schreiber des Korans genötigt sahen, die göttliche Dreiheit von Maria, Gott und Jesus ausdrücklich zu verneinen!
Das Problem der Kirche bestand darin, aus der volkstümlichen Beziehung zu Maria Vorteile zu ziehen und gleichzeitig ihre ausdrückliche Vergöttlichung zu vermeiden.
Die Theologen plagte immer die Furcht, Maria zu viel Macht und Ruhm beizumessen. Papst Johannes der XXIII., der sich anmaßte, Marias innerste Gedanken zu kennen, verkündete: "Die Madonna ist nicht erfreut, wenn sie über ihren Sohn gestellt wird", obwohl in erster Linie die Kirche nicht erfreut war.
Die Geistlichen behaupteten, dass alle Frauen unter einem dreifachen Fluch stünden. Sie seien verflucht, wenn sie unfruchtbar seien. Aber auch als Schwangere wären sie verflucht, denn die Empfängnis geschähe nach der Art der Ursünde. Und sie wären schließlich, in Erfüllung des Fluches Gottes gegen Eva, durch den Schmerz des Gebärens verflucht.
Maria aber entging allen drei Flüchen: "Von allen Frauen ist nur Maria begnadet, denn sie ist Jungfrau und fruchtbar, sie empfängt in Heiligkeit und gebärt ohne Schmerz." Diese Sichtweise trug (und trägt!) natürlich nur wenig dazu bei, das Los der normalen Frauen zu erleichtern; ihnen wurde ein völlig unerreichtes Ideal vorgehalten, das sie auch noch wegen ihrer Sündhaftigkeit in Schuldgefühle stürzen sollte.
Für die Menschen des Altertums war eine Göttin, die gleichzeitig Jungfrau und Mutter war (genauso wie Liebhaberin und Weise Alte), keine Ungereimtheit, denn für sie stellte die Große Göttin alle Frauen in allen Lebensphasen dar.
Die Christen bestanden dagegen darauf, dieses "Geheimnis" wörtlich zu nehmen, da sie den Blick für eine subtile Sinnlichkeit verloren hatten.
Ein Grund für die Übernahme Marias durch die Kirche lag in der erfolgreichen Amputation ihrer vorchristlichen Sexualität. Marias Jungfräulichkeit wurde unter allen Attributen, die sie von der Großen Göttin geerbt hatte, am stärksten betont. Sie wurde "die Jungfrau", nicht "die Mutter" genannt. Die Kirchenväter bestanden darauf, dass sie nie in ihrem Leben Geschlechtsverkehr hatte, obwohl in der Bibel eindeutig von Brüdern und Schwestern Jesu die Rede ist.
Viele moderne Menschen wissen nichts von den Theorien und Doktrinen, zu denen sich ihre Religion bekennt. Sie verehren Maria, weil ihr inneres Wesen einen Mutter-Archetyp braucht und Maria der einzige ist, den sie kennen gelernt haben.
Sie wissen nicht, wie viele "Marias" es schon vor dem Christentum gab. Aber gebildete Geistliche wissen es. Der Kanoniker John de Satgé schrieb: "Der Anhänger des evangelischen Glaubens hegt das starke Misstrauen, dass die tiefsten Wurzeln des Marienkultes nicht in der christlichen Tradition zu finden sind. Die religiöse Geschichte der Menschheit zeigt eine immer wiederkehrende Tendenz zur Anbetung einer Mutter-Göttin... Könnte es nicht sein, fragt sich der Anhänger des evangelischen Glaubens, dass unsere Religion in Wirklichkeit viel älter ist, dass wir es mit einem Heidentum zu tun haben, das zu leichtfertig auf Christus umgetauft wurde und dessen althergebrachte Merkmale unter einer dünnen christlichen Hülle fortbestehen?"
Aber Maria selbst wurde nicht "leichtfertig" vom Christentum übernommen. Gegen sie gab es langanhaltenden Widerstand, der nur Zugeständnisse machte, weil die Christen gegenüber den matriarchalen Mysterien-Kulten konkurrenzfähig bleiben wollten.
Feiern wir Frauen also die "Nacht der Mutter Maria" oder einfach die "Mutter-Nacht", während sich viele Männer mit Weihnachten herumschlagen, das sie (noch) nicht verstehen (können).
Wenn du mit Kindern feierst:
Verlagere den Blickwinkel mehr auf das Weibliche, Mütterliche. Erzähle ihnen von ihrer eigenen Geburt. Wie du für dich und das Baby Geschenke bekommen hast, von wem und was es war. Erzähle, welche Leute dich nach der Geburt besuchten und dir gratulierten. Schmücke es aus! Und damit hast du deinem Kind die Weihnachtsgeschichte erzählt.
Frohes Fest
Am 13. Tag nach Weih-Nacht, dem 6. Januar gab es den uralten Brauch, dass Frauen mit Weihrauch durch die Zimmer gehen und das Haus segnen. Mit weißer Kreide schreiben sie über den Türrahmen z.B.
19 K + M + B 99
Du glaubst, dass du weißt, was diese Zeichen bedeuten? Falsch! Lies lieber mal nach!
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